• Rostocker Start-Up bringt Internet of Things in die Krankenhäuser

    Mit einer digitalen Infrastruktur den Ärzten und dem Pflegepersonal mehr Zeit für die Patientenversorgung geben – das ist die Gründungsidee des Start-ups triphari.

     

    Das Gründerteam von triphari | Foto: Jessica Brach – pixflut

     

    Mehr als ein Drittel des Pflegepersonals in Krankenhäusern verschwendet pro Schicht eine Stunde damit, nach Geräten zu suchen – Zeit, die nach Meinung des Rostocker Start-ups triphari viel besser für die Versorgung von Patienten genutzt ist. Mit ihrer intelligenten Infrastruktur IRIS kann das gesamte Inventar im Krankenhaus erfasst und der Standort in Echtzeit abgerufen werden. Auch für die Medizintechniker soll so die Arbeit erleichtert werden. Sie können per Knopfdruck den aktuellen Status ihres gesamten Geräteparks abrufen. Damit gehören Karteileichen in sporadisch gepflegten Excel-Listen der Vergangenheit an.

    Das Gründerteam handelt aus persönlicher Überzeugung. „Wir sehen vor dem Hintergrund des zunehmenden Fachkräftemangels in der Digitalisierung und der damit verbundenen Teilautomatisierung von Prozessen die einzige Chance für Krankenhäuser, die Patientenversorgung langfristig abzusichern“, so der Elektrotechnikingenieur Kevin Lehzen.

    Angst vor möglicher Konkurrenz hat das Team nicht. „Das Problem vieler digitaler Assistenzsysteme ist, dass sie Insellösungen mit eigenen Endgeräten sind“, erklärt Mathias Manzke. Im Arbeitsalltag einer großen medizinischen Einrichtung ist das unpraktisch. „Wir wollen eine Plattform schaffen, in die über Schnittstellen auch andere Produkte integriert und bedient werden können“, sagt der Softwareentwickler. Schon während der Entwicklung möchte das Team deshalb mit anderen Unternehmen der Branche kooperieren.

    EXIST-Förderung hilft beim Schritt in die Selbstständigkeit

    Für das Projekt warb das Team um die Marketingspezialistin Steffi Beckert das renommierte Förderprogramm EXIST ein. Die Finanzspritze für innovative technologieorientierte Projekte ist heiß umkämpft. Entsprechend groß ist die Freude über den positiven Bescheid bei den Gründern. „Für triphari ist das Stipendium ideal. Hierbei wird nicht nur der Lebensunterhalt des Teams gesichert, sondern auch ein Budget für Sachmittel und Coachings zur Verfügung gestellt“, so Beckert, „damit haben wir den nötigen Freiraum um uns voll und ganz auf die Entwicklung der IRIS zu konzentrieren.“

    Wissenschaftlich eingebunden ist das Projekt über das Institut für technische Elektronik und Sensorik der Universität Rostock. Hier stehen dem Team Arbeitsräume und technisches Equipment sowie das Know-how des Mentoren Prof. Ewald zur Verfügung. Auch an der Universitätsmedizin Rostock sollen Testumgebungen für die ersten Prototypen der IRIS zur Verfügung gestellt werden.